Optik ist nicht alles
Wenn es um die Optik von Klavieren und Flügeln geht, haben die meisten Klavierliebhaber einen doch recht uniformierten und einseitigen Geschmack: schwarz und hochglanzpoliert, mit geraden Linien sollte ein Instrument anscheinend sein … Doch spielt die Optik wirklich eine Rolle?
Liebe Klavierfreundinnen und -freunde,
Wenn es um die Optik von Klavieren und Flügeln geht, haben die meisten Klavierliebhaber einen doch recht uniformierten und einseitigen Geschmack: schwarz und hochglanzpoliert, mit geraden Linien sollte ein Instrument anscheinend sein …
Doch spielt die Optik wirklich eine Rolle?
Immer wieder kam es zu Applikationen an schwarzen Instrumenten, hat man einmal Beschläge und Pedale in Messing verarbeitet, oder aber solche in Chrom (gebürstet oder poliert). Und dann gibt es auch immer wieder irrwitzige Design-Varianten von Instrumenten, gleichgültig von welchem Hersteller. Das sind natürlich besonders beliebte oder verhasste Instrumente, denn es muss schon in ein bestimmtes Ambiente passen, will man solche außergewöhnlichen Instrumente richtig präsentieren. Aber spielt es wirklich eine Rolle, wie ein Instrument aussieht? Natürlich ist es so, denn die Lust ans Instrument zu gehen, wird mit der optischen Qualität und Anziehungskraft gesteigert. Doch wenn man dann in privaten Haushalten sieht, wie Instrumente aufgestellt sind, wie beispielsweise Flügel abgedeckt und mit einer gewissen Anzahl an nützlichen Dingen als Ablagefläche genutzt werden, scheint die Optik dann doch eine geringere Bedeutung für den Spieler zu besitzen. Und genau so ist es auch: Die Optik ist nur wichtig, wenn ein Instrument neu ist. Wenn man sich daran gewöhnt hat, ist weitaus wichtiger, welche klanglichen Qualitäten es besitzt und wie es sich spielen lässt.
In den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts waren furnierte Klaviere en vogue: Nussbaum, Eiche und andere einheimische Hölzer waren allerorten zu finden. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts gab es sogar vielfach Konzertinstrumente in Furnierholz, oftmals in teurer Rosenholz-Optik. Dann wurde immer mehr das Schwarz ein Inbegriff für ein Klavier oder einen Flügel. Dabei denkt man doch, dass die Spieler auf ein individuelles Instrument schauen. Doch das ist im Bereich der akustischen Tasteninstrumente vollkommen verloren gegangen, auch wenn es heute wieder einige Furniere gibt, die bei Klavieren gefragt sind: Ahorn, Birnbaum oder auch wieder Kirsche.
Wieso solche Trends existieren?
Nun, die große Möbelindustrie kreiert mit ihren Entwürfen immer wieder neue Trends, die sich dann auch in den privaten Wohnzimmern wiederfinden. Da sind auch Furniere gefragt. Und diese Trends wirken sich dann eine zeit später auch auf die Klavierhersteller aus.
Dennoch: selbst wenn man ein gutes gebrauchtes Instrument sucht, sollte man seine Suche nicht zwingend nach der Optik ausrichten, sondern danach, wie ein Instrument klingt und wie es sich spielen lässt. Dann kann es auch einmal ein tolles Klavier in Nussbaum-Optik sein, das sich in einem hervorragenden Zustand und mit einem brillanten Klang zeigt. Sich wegen der Optik einzuschränken, ist der falsche Weg, wenn man „sein“ Instrument sucht.
Carsten Dürer
Chefredakteur PIANONews
Wenn man sich ein Klavier oder einen Flügel im Fachhandel anschaut, es anspielt und sich dann womöglich in eines dieser angebotenen Instrumente verliebt, hat man – neben dem Spiel selbst – immer noch die erste große Hürde vor sich: Wohin stellt man das Instrument in den eigenen vier Wänden. Wir leben nun einmal in einer Zeit, in der die meisten Menschen in den Ballungszentren wohnen.
Klavierliebhaber kennen das: Überall sind die Notenbände verteilt. Oftmals zeigen sich gerade Flügel in den heimischen vier Wänden eher als große Ablagefläche, denn als wichtiges Instrument. Und dabei kauft man einen Flügel doch ganz anders, in einem Geschäft, in dem der Deckel meist aufgestellt ist, damit der Klang sich entfalten kann.
Natürlich werden Filze heutzutage in fast allen technischen Bereichen und als Textilien verwendet. Aber gerade im Klavier- und Flügelbau nehmen sie eines der wichtigsten Elemente neben dem Holz und dem Metall ein. Sicherlich haben Sie schon einmal in Ihr Instrument genauer hineingeschaut. Allerorten sehen sie bunt eingefärbte Filze sowie die weißen für die Hammerköpfe. Natürlich sind genau dort, bei den Hammerköpfen, die Filze am wichtigsten.
Haben Sie sich nicht auch schon einmal gefragt, warum bei bestimmten Spielern ein bestimmtes Instrument einfach so viel besser klingt, als wenn man sich selbst daransetzt? Dafür kann es natürlich viele Gründe geben, oftmals liegt es einfach mehr am Spieler als am Instrument. Und von Pianisten wie dem berühmten Svjatoslav Richter ist bekannt, dass er die ersten Jahre seiner Karriere durch die Provinzen der damaligen Sowjetunion reiste und auf sehr schlechten Klavieren brillant klingende Konzerte gab.
Oftmals ist ein Publikum und sind viele gute Amateur-Pianisten ganz berauscht von den hohen Tempi junger Pianisten, die im Konzert zeigen, wie sie technisch die schwierigsten Läufe, die halsbrecherischsten Akkord-Kaskaden in die Tasten zu meißeln imstande sind. Doch auch wenn diese Tempi oftmals den originalen Angaben der Komponisten nahe kommen, muss man sich natürlich fragen wie die Komponisten – die selbst nicht immer die allerbesten Pianisten waren – solche Geschwindigkeiten fordern konnten.
Das Thema ist nicht neu und doch immer wieder aktuell: Soll man ein akustisches Instrument oder ein Digital-Piano kaufen. Die landläufige Meinung, dass ein Digital-Piano weniger Platz einnehmen würde als ein akustisches Instrument, gehört zum Reich der Mythen, wenn man ein Digital-Piano wählt, das nicht nur ein Keyboard darstellt, sondern ein richtiges Instrument.
Wir kennen die Pedale vom Auto wahrscheinlich besser als die am Klavier oder Flügel. Das liegt auch daran, dass wir in der Fahrschule oftmals besser auf den Gebrauch hingewiesen werden, als bei Klavierstunden, wo die Nutzung und die Wirkung des Pedals oftmals nur auf das An und Aus beschränkt wird und das linke Pedal oftmals ganz ausgelassen wird bei Erklärungen.
